Sigrid Schneider

2006 war ein Entscheidungsjahr für mich: nach Abschluß meines 2. juristisches Staatsexamens (LMU) stand ich vor der Entscheidung: Paragraphen oder Pferde?

Natural Horsemanship zeigt uns - anders als Recht und Gesetz - immer den Weg zum Glück. Das hat mich so fasziniert, dass ich mein Hobby und meinen Nebenjob zum Beruf machte und die Paragraphen an den Nagel hängte.

Seit Ende 2006 arbeite ich hauptberuflich deutschlandweit und international (Schweiz, Kanada) als Trainerin für Horsemanship und freundschaftliches Reiten.

Wie Shira mir in meine Hufe half

Zu meinem 18. Geburtstag durfte ich mir mein erstes eigenes Pferd aussuchen, so ein Traum! Begeistert machte ich mich auf die Suche, und schon bald zog die schöne schwarze Shira bei mir ein.

Shira war - sagen wir mal - nicht immer ganz harmlos.

Sie hatte Energie für 10, biss, schlug, riss sich los, hielt niemals an wenn ich es wollte (oder die Situation es erforderte). Obwohl sich schon früh sowas wie eine besondere Freundschaft zwischen uns entwickelte, wollte sie üblicherweise etwas anderes als ich und brachte uns (und Dritte!) damit in Gefahr.

Reiten war (und blieb lange Zeit) ein Kamikaze-Unternehmen. Zusätzlich hatte dieses sonst so mutige, oft sogar vorwitzige Pferd panische Angst vor Traktoren.

Ich tat alles was man halt so tut: ein schärferes Gebiss und ein spanischer Kappzaum um mehr Kontrolle zu haben und zu verhindern, dass sie alleine durch den ganzen Landkreise galoppierte.

So richtig Kontrolle hatte ich durch die Hilfsmittel allerdings nie. Und wie ein Traum hat es sich auch nicht angefühlt, eher wie ein Albtraum.

 

Durch Bücher von Monty Roberts und KF Hempfling, und ein paar Tellington-Kurse zum Thema führen verbesserte sich alles. Die gefährlichen Situationen wurden weniger, und wir kamen im "normal" an. Normal ist allerdings ein bißchen wenig, wenn du wirklich... Freude mit Pferden haben möchtest.

 

1999 sah ich dann auf der Equitana Pat Parelli und sein Team mit ihren Pferden.

Das waren damals tolle Vorführungen, die Pferde wurden ohne Zäumung und Sattel geritten, und folgten ihren Menschen frei. Das faszinierte mich, ich begann mich auf den Weg zu machen, und Shira und ich besuchten einen Kurs nach dem anderen.

Nach und nach verstand ich die Prinzipien des Natural Horsemanship.

Wir verließen "normal", durchschnittlich, und von Einschüchterung und Hilfsmitteln abhängig. Dieser Weg hat mir immer Spaß gemacht, selbst wenn mal etwas nicht sofort funktionierte.

 

Unsere Beziehung wuchs. Durch Zeit, aber auch durch gezielte Bodenarbeit mit und ohne Halfter und Seil. Schon bald folgte mir meine wilde Shira frei.

Siehst du, wie wir Spaß hatten?

 

Das Foto unten zeigt einen unserer Ritte ohne Zäumung im Jahr 2008.  Reiten ohne Zäumung ist ein Gefühl, das mich immer wieder "flasht". Du hast nichts mehr, um wirklich Kontrolle zu haben. Nur die Beziehung zwischen Pferd und Mensch ist es, die dich noch trägt. Ein unsichtbares Band zwischen den Gedanken und Herzen von Pferd und Reiter ist die einzige Verbindung, die da ist.

Sie ist stärker und sicherer, als jedes Gebiss.

Shira begleitete mich bei diversen Vorführungen und Messen, z.B. nach Landshut, auf mehreren Westerndays von Reitsport Krämer und auf die f.r.ee (Messehallen München, Caravan & Boat).

Aus dem fast unreitbaren, manchmal schon am Boden richtig gefährlichen Pferd ist eine gute Freundin geworden. Vielen Dank Shira, du wohnst immer in meinem Herz.

Was Samid mir flüstert

2007 trat ein weiteres Pferd in mein Leben: Samid. Auch schwarz, auch ein Araber, optisch fast das selbe Pferd wie Shira. Und doch ein ganz, ganz anderes Pferd. Samid ist ein Meister der leisen Worte. Manchen meiner Schüler ist er unheimlich, denn er liest unsere Gedanken und unsere innere Welt in einer Intensität,  wie es nur wenige Pferde tun.

Shira lehrte mich "das Äußere". Technik, Körpersprache, Verständlichkeit, Shira ließ nie "Fünfe grade sein" und sorgte so für eine ausgesprochen gründliche Basisausbildung meinerseits.

 

Samid lehrt mich "das Innere": Ausgeglichenheit, mentale Energie, innere Präsenz, sanfte Stärke.

Das Team, das uns lehrt

Auf diesem Bild siehst du Elli (Scheckstute), ihr Fohlen Pepperronya (Fuchsstute), und Samid (Rappe). Und mich. Und keine Sorge, ich liege da freiwillig. Beschützt von Elli, die sich nicht nur über ihr Fohlen, sondern auch wachend über mich gestellt hat. Wenn das passiert, weißt du, du gehörst dazu. Für den Schlafenden zu wachen ist eine freiwillige soziale pferdische "Dienstleistung", ein Freundschaftszeichen.

Dieser Moment war einer der für mich einer der Wichtigsten in den letzten Jahren. Als ich 2014 Elli als Schulpferd kaufte, ließ sie sich erstmal 2 Tage nicht mehr fangen.

Über den Haufen gerannt hat sie mich (und meine Mutter) auch noch, und zu allem " Überfluss" war sie auch noch überraschend tragend, und ein Fohlen passte so gar nicht in mein Konzept...

Nach und nach ist daraus eine starke Freundschaft gewachsen.

Wer Fee (Falbstute) kennt, weiß, dass sie das Wort "Sport" nicht direkt erfunden hat. Aber wie ihr seht: faul ist sie auch nicht! Fee ist ein lustiger Charakter, und über sie muss ich am meisten von allen lachen. Fee, ich werd nie vergessen wie du im Vorbeigehen das Behandlungstäschchen der Tierärztin weggeschnappt und um die Ecke getragen hast :-)!! Eindeutig ein Pferd mit Humor.

Und hier unser neuestes Team-Mitglied: Kyana, meine sehr schöne weiße Araberstute. Willkommen im Team!

Demovideo Sigi und Shira 2009

Meine Ausbildung

  • Mit fast 10 Jahren durfte ich endlich reiten lernen: Reitunterricht Englisch / FN ab 1987
  • Kleines Hufeisen
  • Reiterpass mit Springprüfung

Springen, Kollerhof 1993

  • 1996-2001: durch mein schwieriges Pferd Shira begab ich mich auf die Suche nach alternativen Lösungen: Tellington, Sally Swift, Westernreiten u.a. bei Karl-Heinz Hartl und Europameister Roger Kupfer
  • 1999 lernte ich auf der Equitana Pat Parelli und sein System kennen. Mehrere L1/L2 Kurse bei Parelli Instruktor Birger Gieseke
  • 2001:  GaWaNi Ponyboy Seminar
  • 2002: Kurse bei NHT (Österreich), NHT Step 1 bestanden mit Shira!
  • 2003: Springkurs; Westernreitabzeichen EWU Bronze (natürlich mit Shira)

  •  2004: Parelli L2 Kurse bei Ursula Schuster und Birger Gieseke

  • 2005: Kurse bei Honza Blaha, Deutschland und Österreich (5 Tage), Mikey Wanzenried, Deutschland

  • 2006: Parelli L2 bestanden! Honza Blaha Privat Class Tschechien (7 Tage), L3 Camp Berni Zambail (14 Tage), Karen Rohlf (4 Tage)

  • 2007: Mikey Wanzenried, Deutschland (4 Tage)

  •  2008: Parelli University International Savvy Center, USA (6 Wochen) mit lease horse Vegas, Karen Rohlf (1 Tag als Zuschauer), USA, Training bei Mikey Wanzenried, Schweiz (10 Tage)

Sigi und Pat Parelli im ISC Florida

  • 2009: Private Class Führen durch Vertrauen bei Bernhard Rogg Teaching-Horses Managementtraining (6 Tage), Cow Working Kurs Mikey Wanzenried, Schweiz, Intensivwoche Mikey Wanzenried, Schweiz, Karen Rohlf, Schweiz/Avensches (5 Tage)

Sigrid und Shira, Cow Camp Schweiz

  • 2010: Parelli University International Savvy Center 1* Instructor , USA (trotz Stipendium für den 2.Stern habe ich an dieser Stelle die offizielle Parelli-Laufbahn verlassen. Vielen Dank für die bereichernde, lehrreiche und wichtige Zeit!)
  • Intensivwoche Mikey Wanzenried, Schweiz
  • 2011: Intensivwoche und Kurse Mikey Wanzenried, Schweiz; Hofreitschule Bückeburg mit Samid
  • 2012: 2 Kurswochen bei Silke Vallentin
  • 2012-2016: fortlaufend Unterricht bei Branderup Trainerinnen, Sabine Oettl, Claudia Strauß
  • 2017: Frederic Pignon (Zuschauer) - toll war´s!