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Buch in Arbeit...! Pferdefreundlich Reiten - ein Thema das mir am Herzen liegt

11.6.2019

Das Beste ist, es ist schon zur Hälfte fertig :-). Lange habe ich mir überlegt, wie ich mein "Horsemanship" in ein Buch packe. Aber das Gebiet ist groß... Nun bin ich bei dem Thema angekommen, das mir wirklich am Herzen liegt: Pferdefreundlich Reiten. Wenn ich reite, bin ich glücklich. Doch das trifft meiner Erfahrung nach nur auf wenige Reiter zu. Schau den Reitern mal ins Gesicht: wer drückt aus, dass er JETZT, während dem Ritt, Glück fühlt? Die meisten Reiter wirken konzentriert, im schlechtesten Fall verkniffen und ängstlich. Das hat Gründe - und kann behoben werden... Ich freu mich schon richtig darauf, wenn es fertig wird! Aber ein bisschen müsst ihr euch noch gedulden.

Weil es nicht egal ist, wie du zu deinem Ergebnis kommst...

5.6.2019

Heute möchte ich euch von einer Situation aus meinem Unterricht erzählen, die mich sehr berührt hat.

Vor einigen Monaten hat eine langjährige Schülerin zwei Fohlen gekauft, die aus einer Wildpferdeherde stammen. Beide ließen sich nicht anfassen. Also bin ich hingefahren, und habe mit den Fohlen gearbeitet. Das erste Fohlen war schnell zu überzeugen, und nach ca. 2h hatten wir ein paar Lieblingskraulstellen gefunden und halftern geübt.

Das zweite Fohlen jedoch versteckte sich immer hinter dem anderen und wollte keinen Kontakt. Es hatte wohl in der Einfangstation eine Augenverletzung gehabt. Die ist zwar ausgeheilt, aber die Erfahrungen waren für das Fohlen wohl aus seiner Sicht sehr unerfreulich. Also haben wir das Thema zurückgestellt. Dann ging es eine Weile hin und her, mit Auf- und Abs, aber das Problem, dass sich das Pferd nicht anfassen ließ, blieb. Ich kam ein zweites Mal, verbrachte 7 Stunden mit dem Pferd, mit dem Ergebnis dass es sich gerade mal so an der Stirn berühren ließ, wenn ich gaaaanz ruhig war. Ich war nicht begeistert.

Die Besitzerin und ich besprachen weitere Möglichkeiten. Denn irgendwann müsste das Fohlen mal zum Hufpfleger.... Natürlich gibt es Möglichkeiten, eine Ponyfohlen zum Kontakt zu zwingen. Auch wenn manche Trainer es "Überreden" nennen würden... Obwohl ich viel aus diesem Bereich kenne, konnte ich nicht dazu raten. Andererseites, manchmal ist sowas sicher auch unumgänglich.

Nun, diese Besitzerin hat die Geduld und den langen Atem aufgebracht, keine Zwangsmaßnahme durchzuführen. Nach ein paar Wochen fuhr ich zum dritten Mal hin. Die Besitzerin hatte mir gesagt: "es hat sich ein bisschen was getan, aber erwarte nicht zu viel, es ist fast nichts." Als ich ankam erzählte sie mir, dass sie ihn am Vortag das erste Mal am Hals kraulen hatte dürfen. Also bat ich sie, mir das zu zeigen.

Sie begann also, ihre Herde in den anderen Stall zu schicken, so dass das Ponyfohlen und sie alleine im Paddock blieben. Und schon da sah ich den Zauber. Das Fohlen freute sich auf diese Zeit. Es hob den Kopf und sah so wunderschön aus - soetwas habe ich so noch nie gesehen. Es war stolz. Es war "ganz". Es hatte so eine edle Ausstrahlung, faszinierend.

Dann begann meine Schülerin, es am Hals zu kraulen. Das Fohlen war anfangs noch sehr misstrauisch, aber schon nach kurzer Zeit wurde es sicherer und sicherer. Ein bisschen Futter hat auch geholfen. Die ganze Zeit war zwischen Pferd und Mensch dieser Zauber zu sehen. Dieses Fohlen sieht "seinen Menschen" als Freundin, das war die ganze Zeit unübersehrbar.

 

Es ist NICHT egal, wie man ein Ergebnis erreicht. Es steckt immer auch ein Erlebnis hinter jedem Ergebnis (und was sich reimt, das ist gut, jawohll :-) ).

Dieses Erlebnis formt die Beziehung. Hier wird Vertrauen gewonnen, Freundschaft geschlossen, auch Führung übernommen, Akzeptanz entwickelt. Das Ergebnis ist in Wahrheit nicht viel wert. Die Beziehung ist das, was Pferd und Mensch lächeln lässt.